Es ist ja nicht so, dass ich es nicht ahnte.
Ganz im Gegenteil: Die zahlreichen Berichte in anderen Baublogs haben mich entsprechend auf unsere gestrige Sanitärbemusterung eingestimmt.
Aber fangen wir mal vorne an: Wir haben letzte Woche wie angekündigt die ersten Gewerke bemustert und es waren immer gute, nette und interessante Gespräche. In der Regel läuft das so ab, dass man gesagt/gezeigt bekommt, welche Standardausstattung im Preis inklusive ist und welche Dinge man aufpreispflichtig zusätzlich oder anstatt verwenden kann. Bei den meisten Gewerken kann man das auch irgendwie nachvollziehen: Wenn der Elektriker eben X Euro für eine Steckdose oder der Dachdecker soundsoviel Euro für einen alternativen Ziegel haben will, dann ist das halbwegs transparent. Und man kann sich genau überlegen, ob es einem das Geld wert ist oder nicht. Bei den Sanitärausstattungen bekommt man allerdings sehr schnell den Eindruck, dass eine schwer nachvollziehbare Preisfindung die Grundlage der Verkaufskultur bildet.
Für Gas/Wasser/Heizung/Sanitär ist bei unserem Bauvorhaben jedenfalls die Firma GeoSolar verantwortlich, die von THB damit beauftragt wurde. Bei GeoSolar hatten wir auch letzte Woche ein Erstgespräch (durchaus nett und informativ), bei dem man uns zumindest den Standard im Bereich Waschbecken und Armaturen zeigen konnte. Alles, was darüber hinausgeht, schaut man sich beim Großhändler Bär & Ollenroth an – diese schicken dann eine Liste mit ausgewählten Artikeln an GeoSolar, die wiederum über THB mit Preisen versehen schlussendlich irgendwann beim Bauherren landet. So gestaltet sich nun mal die Zusammenarbeit mit einem GU/GÜ.
Wir waren gestern in Bernau beim Sanitär-Bär und es lief irgendwie nicht so gut. Das hat mehrere Gründe:
Zum einen ist bei einer Entscheidung pro/contra zumindest bei uns der Preis immer ein ausschlaggebender Faktor. Nur im Großhandel stehen keine Preise dran. Da muss man also erst den Verkäufer fragen, der einem auch bereitwillig die Listenpreise nennt (Vorsicht, das sind in der Regel Nettopreise ohne Märchensteuer!). Das macht man bei allen Dingen, die einem gefallen könnten. Und das sind in einer großen Badausstellung sicherlich nicht wenig.
Zum anderen haben diese Preise für mich als Endkunden so gut wie keine Aussagekraft: Ich weiß nicht, welche Konditionen der Sanitärinstallateur bekommt, ich kenne die Preise der Standardausstattung nicht und ob ein Gegenrechnen überhaupt sinnvoll wäre und ich kann nicht einschätzen, welcher zusätzlicher Arbeitsaufwand (z.B. Unterputz- statt Aufputzarmatur) einzuplanen ist. Eigentlich weiß man gar nichts. Optisch konnte ich persönlich nicht einmal große Qualitätsunterschiede feststellen.
Unter diesen Voraussetzungen ergibt ein “Shoppingausflug” keinerlei Sinn! Zudem sind die Preise für mich nicht nachvollziehbar. Warum zwischen der Standardbadewanne 170x75 und einem Modell, das uns gefiel ein Faktor 10 (!!!!) liegt, geht mir nicht in den Kopp. Und nein, kein Whirlpool, keine Besonderheiten.
Die Krönung waren vermutlich die Duschabtrennungen, die in den meisten Hausbauverträgen nicht inklusive sind. Zwei Duschen, zwei Abtrennungen: 2900 EUR netto. Und nein, es ist kein Saphirglas.
Solche Preise schlagen auf die Laune, besonders bei Nette. Sie hatte schon nach kurzer Zeit absolut gar keine Lust mehr.
Am Ende stand da was von über 5200 EUR netto auf dem Papier und das unter der Voraussetzung, dass wir im Gäste-WC im Wesentlichen beim Standard bleiben. Im eigentlichen Bad fehlten noch komplett die Armaturen, weil wir uns nicht auf einen Waschtisch einigen konnten und diese dazu passen sollen. Waschtische unter 1000 EUR gab’s da augenscheinlich gar nicht.
Nun könnte der Pragmatiker in mir ja mit dem Hinweis kommen: Lass uns in den nächsten Baumarkt gehen und uns dort etwas aussuchen. Aber hier wird’s jetzt spannend: GeoSolar hat uns schon angekündigt, dass sie “aus Gewährleistungsgründen” durch den Bauherren gestelltes Material in der Regel nicht anschließen.
Ich glaube, Sanitär wird noch extrem lustig. Nicht.
Wir hatten also gestern den ersten richtigen Frustmoment beim Projekt Hausbau.
Da fällt mir gerade noch etwas ein: die Heizungsanlage soll von Brötje kommen, im Vertrag stehen allerdings Junkers, Vaillant oder Viessmann. Naja, ich bin ja generell bei Änderungen gesprächsbereit, warte aber nun schon eine knappe Woche auf die angeforderten Datenblätter der zu verbauenden Anlagentechnik.


